Des Kaisers liebste Mehlspeis

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Der Kaiserschmarrn gilt als das süße Pendant des Wiener Schnitzels. Denn während das Schnitzel als pars pro toto für die österreichische Küche steht, repräsentiert der Kaiserschmarrn die österreichische Mehlspeiskultur. Er tut das wie kaum eine andere Nachspeise und verzückt Einheimische sowie Touristen gleichermaßen. Dass die köstliche Süßspeise zu den Favoriten von Kaiser Franz Joseph I. zählte, ist unbestritten. Die Herkunft ihres Namens gibt hingegen Rätsel auf. Diesen sind wir auf die Spur gegangen. 

 

Eine Theorie geht davon aus, dass der Kaiserschmarrn aus einem Versehen des kaiserlichen Kochs entstand. Dabei misslang ihm die Zubereitung von Palatschinken, die zu dick ausfielen und noch dazu zerrissen. Spontan gab der Koch Staubzucker und Rosinen dazu, was die Diener des Hofs als „Kaiserschmarrn“ im Sinne von „ Ein Schmarrn, ein derartiges Gericht dem Kaiser zu servieren“ abtaten.

Zu dieser Geschichte gibt es eine ähnliche Version: Der Koch verließ nach seinem Missgeschick wütend die Küche und stülpte der missglückten Palatschinke in seiner Rage die Servierglocke über. So hielt der Kammerdiener die Nachspeise als servierfertig und tischte es dem Kaiser auf. Beim Anblick der zerrissenen Palatschinke soll dieser entgegnet haben, was das Gericht für ein Schmarrn sei. Der Kammerdiener reagierte gewieft und antwortete, dass es sich um einen „Kaiserschmarrn“ handle.

Was Kaiserin Sissi damit zu tun hat

Eine andere Herkunft des Namens könnte davon herrühren, dass der kaiserliche Koch die Mehlspeise in ihrer heutigen Form ursprünglich für die schlanke Gattin von Franz Joseph I. – Kaiserin Sissi – auf den Teller gezaubert hätte. Sissi zeigte sich vom Dessert jedoch wenig begeistert, woraufhin ihr Gatte meinte, ihm diesen „Schmarrn“ zu reichen. 

Zur Entstehung des Kaiserschmarrns kursiert noch eine dritte Legende, die sich im Gegensatz zu den anderen beiden Theorien nicht am kaiserlichen Hof abspielte. Franz Joseph I. war auf der Jagd und abseits des Weges als ein Unwetter hereinbrach. Der Kaiser suchte bei einer einfachen Bauernfamilie Unterschlupf. Die Bäuerin hatte aber Schwierigkeiten, seiner Majestät mit einer gebührenden Mahlzeit aufzuwarten, da sie außer Eiern, Milch, Mehl und Früchten nicht viel zuhause hatte. Ihr Einfallsreichtum sollte die Bäuerin jedoch retten: Aus den wenigen Zutaten bereitete sie einen Kaiserschmarrn zu, der Franz Joseph I. recht zusagte. Daraufhin meinte die Bäuerin bescheiden, dass ihre Nachspeise bloß ein Schmarrn sei. Der Kaiser erwiderte angeblich, dass es aber ein „richtiger Kaiserschmarrn“ sei.  

Der beste Kaiserschmarrn Wiens

Auf welche Weise auch immer der Kaiserschmarrn entstand – schmecken tut er, und das ist ja das Wichtigste!

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