Anna Heidenreich, Konditorei Oberlaa, geht beim Bundeslehrlingswettbewerb an den Start!

Konditorlehrling Anna Heidenreich tritt beim diesjährigen Bundeslehrlingswettbewerb an. Foto: Kurkonditorei Oberlaa Wien

Der Bundeslehrlingswettbewerb der Konditoren geht am 19. und 20. Juni 2019 im Casino Baden über die Bühne. Mit dabei ist Anna Heidenreich, Lehrling bei der Konditorei Oberlaa in Wien. Wir baten sowohl die angehende Konditorin als auch ihren Ausbildner und Backstubenleiter Vinzenz Bäuerle zum Gespräch.

 

Anna, wie war das Gefühl, als nach der Ergebnisbekanntgabe beim Landeslehrlingswettbewerb feststand, auch am Bundeslehrlingswettbewerb teilnehmen zu können?

Leider fand dieses Jahr in Wien kein Landeslehrlingswettbewerb statt. Ich habe mich durch den ersten Platz beim Zuckerbäckerball für den Bundeslehrlingswettbewerb qualifizieren können. Über den Sieg habe ich mich natürlich sehr gefreut, jedoch wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass ich dadurch am Bundeslehrlingswettbewerb teilnehmen darf. Umso größer war die Freude als mir mitgeteilt wurde, dass ich stellvertretend für Wien teilnehmen werde. Denn das war auf jeden Fall eines meiner Ziele. 

Wie hast du dich auf diesen Bewerb vorbereitet?

Die Vorbereitungen auf den Zuckerbäckerball waren sehr aufregend. Zwei Monate lang habe ich so gut wie jeden Tag an meinem Schaustück gearbeitet, welches ich zwei Tage vor dem Wettbewerb noch einmal ganz neu bauen musste, damit der schöne Glanz des Zuckers nicht verloren geht. 

Was waren die größten Herausforderungen? 

Beim Zuckerbäckerball war es der Zeitfaktor. Wie schon erwähnt, habe ich das Schaustück innerhalb von zwei Tagen gebaut und gegen Ende hin wurde es ganz schön knapp. Außerdem habe ich viele neue Techniken erlernt, die ich sehr oft geübt habe, um sie zu verbessern. 

Wie sieht das Training für den Bundeslehrlingswettbewerb aus? 

Ich bereite mich auf den Bundeslehrlingswettbewerb vor, indem ich seit der Bekanntgabe des Themas jeden Tag nach der Arbeit fünf bis sechs Stunden in meiner Freizeit übe. In den letzten zwei Wochen vor dem Wettbewerb wurde ich von der Arbeit freigestellt, um den ganzen Tag üben zu können. Im Moment trainiere ich rund 10 Stunden am Tag, um das beste Ergebnis zu erzielen. 

Was gefällt dir am Besten an deinem Beruf? 

Eindeutig die Abwechslung: Es gibt so viele verschiedene Arten, die eigene Kreativität auszuleben, zum Beispiel mit Zucker oder Schokolade. Die verschiedenen Techniken zu lernen und viele Fortschritte in der eigenen Entwicklung zu sehen, bereitet mir große Freude. 

Ausbildner Vinzenz Bäuerle zufrieden

Herr Bäuerle, wie viele Lehrlinge haben Sie in Ihrem Betrieb bereits ausgebildet? 

Das ist schwer zu sagen. Jedes Jahr werden drei bis fünf Lehrlinge aufgenommen, ab Sommer werden wir erstmals 13 Lehrlinge in unserem Betrieb beschäftigen. 

Wie kann der Lehrbetrieb den Nachwuchs in der Vorbereitung für die Bewerbe unterstützen? 

Ich glaube, dass es vor allem wichtig ist, dass die Betriebe ihre Lehrlinge selbst ausbilden. Jeder Betrieb möchte gut ausgebildete Mitarbeiter haben, aber immer mehr Betriebe wollen keine Lehrlinge mehr ausbilden.

Wie wichtig sind diese Bewerbe für die Ausbildung der Jugend? 

Diese Bewerbe erzeugen Begeisterung und Motivation, alleine deshalb sind sie wichtig. Dazu kommt, dass jeder Lehrling, der bei verschiedenen Wettbewerben teilnimmt, sich sehr intensiv weiterbildet. Sowohl auf persönlicher als auch fachlicher Ebene.

Haben Sie selbst auch an Bewerben teilgenommen? Welche Erfahrungen haben Sie dabei mitgenommen? 

Nein, ich war bei keinem Wettbewerb dabei. An dieser Stelle möchte ich aber dem Trainer Leo Forsthofer großen Dank aussprechen. Er trainiert schon seit Langem die Lehrlinge, die bei verschiedenen Landes- und Bundeswettbewerben oder bei den World Skills teilnehmen. Ohne ihn wäre die Teilnahme der Lehrlinge an diesen Bewerben nicht möglich.