Was wäre die Mehlspeis' ohne Kaffee?

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Ob Nusskuchen, Sachertorte, Zwetschkenfleck oder Palatschinken – die Klassiker der österreichischen Mehlspeiskultur bereiten sowohl Einheimischen als auch Touristen wahre Gaumenfreuden. Beim Genießen  dieser Köstlichkeiten gibt es jedoch eine wichtige Zutat, die keinesfalls fehlen darf: Ein Häferl Kaffee.

 

In Österreich ist der Kaffee mehr als bloß ein feines Heißgetränk. Er gilt als Kulturgut, weckt Assoziationen an Literaten und Intellektuelle, die in prestigeträchtigen Kaffeehäusern arbeiteten und steht auch heute noch für hohen Genuss. Was aber wäre der Kaffee ohne ein schmackhaftes Stück Kuchen – oder umgekehrt: Was wäre die Mehlspeise ohne Kaffee?  

Prominente Kaffee- und Mehlspeisliebhaber 

Österreichische Cafés zogen und ziehen alle Arten von Genießern an. Der Literat Stefan Zweig beschrieb die Besonderheit der Kaffeehauskultur folgendermaßen: „Um dies zu verstehen, muss man wissen, dass das Wiener Kaffeehaus eine Institution besonderer Art darstellt, die mit keiner ähnlichen der Welt zu vergleichen ist. Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher Klub, wo jeder Gast für diesen kleinen Obolus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann“. 

Stefan Zweig ist einer von vielen auf der langen Liste prominenter Kaffeetrinker: Alfred Polgar, Peter Altenberg, Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Oskar Kokoschka, Gustav Klimt, Hugo von Hofmannsthal, Arnold Schönberg und viele mehr machten das Kaffeehaus zu ihrem zweiten Wohnzimmer. 

Kaffee und Buchteln bei Hawelka

Ein Kaffeehaus, das seine Gäste mit einer ganz speziellen Mehlspeise anlockte und das heute immer noch tut, ist das Café Hawelka. Die beliebten Buchteln, die weit über die Grenzen Wiens hinaus bekannt sind, bereitete Josefine Hawelka ursprünglich höchstpersönlich nach ihrem eigenen Rezept zu. Auch heute noch strömt der feine Duft ihrer Buchteln in die Nasen der Besucher des Hawelkas. 

Kaffeehaus und Schanigarten

Neben dem Kaffeehaus gibt es in Wien noch einen weiteren besonderen Ort, der zum Verweilen bei Kaffee und Mehlspeise einlädt: Der Schanigarten. Warum der Outdoorsitzbereich eines Cafés Schanigarten genannt wird, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Eine Theorie geht davon aus, dass zu Zeiten Kaiserin Maria Theresias der Italiener Gianni Tarroni als erster Gastronom die Erlaubnis erhielt, seine Gäste im Außenbereich seines Cafés zu bedienen. Aus „Giannis Garten“ wurde schlussendlich der „Schanigarten“. Einer anderen Theorie zufolge, leitet sich Schanigarten vom französischen Vornamen „Jean“ ab, mit dem die Wiener Kellner früher gerufen wurden. Mit der wohl ältesten Sonnenmarkise Wiens darf sich übrigens das traditionelle Café Prückel am Stubenring rühmen. Es begeistert seine Gäste mit Köstlichkeiten wie einer klassischen Wiener Melange, dem Spezial Prückel Eiskaffee sowie Palatschinken, Milchrahmstrudel, Waldviertler Erdäpfelnudeln und Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster aus der hauseigenen Mehlspeisküche.