Ei, ei, ei - Willkommen in der Osterbäckerei!

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Wenn die Palmkätzchen blühen und die Kinder hoffnungsvoll Meister Lampe beobachten, wie er kreuz und quer durch die Felder hoppelt. Wenn die Tage immer länger werden und die Hühner wieder mehr Eier legen. Wenn die Sonne durchs Küchenfenster lacht und eine feine Germnote in der Luft liegt. Dann ist endlich die Zeit der Osterbäckerei gekommen!

Ein köstlicher Osterkuchen gehört zu Ostern einfach dazu. Schließlich kommt am Ostersonntag und Ostermontag die ganze Familie zusammen. Nach einem herrlichen Festmahl darf beim nachmittäglichen Kaffeekränzchen ein schmackhafter Gugelhupf nicht fehlen. Dabei gibt es je nach Region und Familientradition unterschiedliche Rezepte, die verwendet werden. Vom streng geheimen Germteig-Gugelhupfrezept der Uroma über den Karottenkuchen bis hin zum hochprozentigen Eierlikörgugelhupf – erlaubt ist, was schmeckt!

Traditionelle Rezepte enthalten viele Eier

Wenn man in alten Kochbüchern stöbert, fällt schnell auf, dass die meisten Oster-Rezepte viele Eier enthalten. Das rührt daher, dass im Mittelalter in der streng eingehaltenen Fastenzeit keine Eier gegessen werden durften. Da die Hühner natürlich weiterhin brav ihre Eier legten, wurden sämtliche Eier aufgespart und in der Karwoche dann endlich verkocht. So wurden sie entweder zu rot gefärbten, hart gekochten Ostereiern oder sie wurden zu köstlichen Mehlspeisen verarbeitet. Auch die Weiterverarbeitung zu süßen Eierlikör, der als Digestif traditionell zu Festen wie Ostern oder Weihnachten getrunken wird, ist bis heute ein beliebter Brauch.

Ursprung des Eierlikörs liegt am Amazonas

Auf der Suche nach den Wurzeln des Eierlikörs wird wieder einmal ersichtlich, wie weit gereist viele unsere Brauchtümer sind. Ein Vorläufer des Eierlikörs ist im 17. Jahrhundert am Amazonas (Südamerika) entstanden. Der leckere Tropfen bestand aus Avocados, deren Geschmack dem von Eiern ähnelt. Die europäischen Eroberer waren von dem Getränk der dortigen Ureinwohner derart begeistert, dass sie die Rezeptur nach Europa brachten. Dort wurde die Tropenfrucht gegen Eier ausgetauscht und schon war der köstliche Digestif, der auch eine ideale Backzutat darstellt, geboren. Ei, ei, ei – was für eine Leckerei!