"Zotter muss man erleben"

Foto: zotter.at

Eines sei gleich vorweg gesagt, jeder Versuch Josef Zotter in einigen Sätzen umfassend beschreiben zu wollen, greift zu kurz! Zu facettenreich, vielschichtig, abwechslungs- und ideenreich – vergleichbar mit handgeschöpfter Schokolade!

 

Josef Zotter der Unternehmer,

... der alle Höhen und Tiefen des Unternehmertums durchlebt hat. Nach einer Koch- und Kellnerlehre im Oststeirischen Hof in Söchau folgten Stationen in renommierten Gastronomiebetrieben im In- und Ausland, die ihn als Souschef bis nach New York in das Hotel Pierre führten. Die freudige Erwartung von Nachwuchs führte die Familie Zotter nach Österreich zurück, obwohl man in Amerika schon vom Aufbau einer eigenen Strudelfabrikation in den Staaten geträumt hat. Zurück in Österreich gründete er mit seiner Frau ab 1987 insgesamt vier Kaffeehäuser in Graz und Bruck/Mur. Um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu erfüllen, absolvierte der damals 27-Jährige die Konditorlehre im eigenen Betrieb. Seine innovativen Tortenkreationen waren rasch bekannt und erfreuten sich großer Beliebtheit. Zu geringes Eigenkapital sowie zu schnelles Wachstum führten 1996 zur Insolvenz, die Josef Zotter heute als Keim für den Erfolg der Zotter Schokoladen Manufaktur sieht. Konzentration auf das, was man wirklich gerne macht und tunlichst keine Schulden, was für Jungunternehmer natürlich nur schwer möglich ist. Die Marke Zotter ist heute auf der halben Welt vertreten, beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter, davon neun Lehrlinge – Nachwuchsprobleme kennt das Unternehmen nicht. Das Schoko-Laden-Theater in Bergl 56 in der Oststeiermark, dem Stammsitz des Unternehmens, zieht jährlich mehr als 270.000 Besucher an. Ein weiteres Schoko-Laden-Theater wurde 2014 in Shanghai gegründet und in den letzten Jahren von seiner Tochter Julia erfolgreich aufgebaut.

 

Josef Zotter der Landwirt,

... der den elterlichen Betrieb zu einer Landwirtschaft mit 85 ha aufgebaut hat. 2011 wird der essbare Tiergarten eröffnet. Die Besucher erleben Biolandwirtschaft mit alten Nutztierrassen und essbarer Vegetation hautnah sowie mit kreativen Attraktionen wie dem „Am Vieh Theater“.

 

Josef Zotter der Kämpfer

... für fairen Handel in Bioqualität. Die Themen Nachhaltigkeit, Bioqualität und faires Handeln sind ihm ein Herzensanliegen. So setzt er das Konzept „bean to bar“ – von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade – in ausschließlicher Bioqualität als erster und bisher einziger Chocolatier Europas ganzheitlich um. Sein Credo: „Wer ein gutes Endprodukt erzielen will, muss vorne beginnen“. Das heißt, bei der Kakaobohne. Hier stehen die guten Beziehungen auf Augenhöhe mit den Plantagebetreibern, der intensive Austausch, wie die hohen Qualitätsstandards erreicht und gesichert werden können und nicht das Preisdumping im Vordergrund. Faires Handeln lebt er auch im Unternehmen selbst. Nur ein Beispiel, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es täglich, kostenlos ein frisch zubereitetes Mittagessen in Bioqualität,  der erfreuliche Nebeneffekt sind sehr niedrige Krankenstandstage. Wenn Josef Zotter im Unternehmen ist, genießt er es auch im Kreise seiner Mitarbeiterfamilie gemeinsam Mittagessen zu können.

 

Josef Zotter der Visionär, Vor- und Querdenker,

... sagt das, was er denkt und setzt um, was er sagt. Ohne Schnörkel, gerade und kompromisslos. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse liegt wohl darin, dass er nicht den Markt befragt, was dieser haben will, sondern das umsetzt, wovon er persönlich überzeugt ist. Dabei stehen Geschmack und Qualität im Vordergrund.

 

Josef Zotter der Familienmensch,

... verheiratet mit Uli, drei Kinder. Julia und Michael, die beide an der BOKU in Wien studiert haben, arbeiten bereits im Unternehmen mit. Tochter Valerie (Jg. 2005) ist ehrenamtliche Schoko-Testerin ohne Vetorecht, sonst gäbe es nur noch weiße Schokolade, wie auf der Homepage zu lesen ist.

 

Josef Zotters Credo: „Egal was man tut, es muss immer besser sein als vorher, sonst macht es keinen Sinn“ und der Erfolg gibt ihm recht!

 

Damit schließt sich der Kreis. Eigentlich kann man Josef Zotter nicht beschreiben, Zotter muss man erleben. Wir haben das Glück. Wir sind dankbar und freuen uns über seine Unterstützung. Mit seiner Expertise, seinem Elan wird die Initiative „Österreichische Mehlspeiskultur“ um eine große Persönlichkeit reicher. Danke!