Linzer Torte zum Sitzen

Eine Linzertorte zum Ausruhen

Foto: Astrid Starrermayr

Jeder kennt und liebt die Original Linzer Torte aus der gleichnamigen Stadt in Oberösterreich. Seit kurzem kann man die Linzer Torte aber nicht nur vernaschen, sondern auch darauf sitzen. Möglich wurde dies durch die neue Stadtoase am Hauptplatz, wo auf 100 Quadratmetern ein kleiner Erholungsraum mitten im Herzen von Linz geschaffen wurde. Wir haben mit der Künstlerin Astrid Starrermayr gesprochen und gefragt, wie sie die Linzer Tortenbank geschaffen hat.

Wie ist die Idee einer Linzer Tortenbank entstanden?

Ausgehend vom Ideenwettbewerb „Entwicklung altersgerechter Sitzmöbel für den öffentlichen Raum im Stadtgebiet von Linz“ – eine Kooperation zwischen der Stadt Linz und der Kunstuniversität Linz - hatte ich die Idee der „Linzer Tortenbank“ im Herbst 2019 eingereicht.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich ein Sitzmöbel mit klarem Linz-Bezug gestalten möchte. So entwickelte ich die Idee einer überdimensionalen Torte als Sitzinsel, die zum Sitzen, Ausruhen, gemeinsamen Plaudern und Austauschen einlädt. Ich entschied mich für die Linzer Torte, da sie ein verkennbares Markenzeichen der Stadt Linz ist. 

Beim ursprünglichen Wettbewerb konnte die Linzer Tortenbank nicht ganz überzeugen, doch das hielt mich nicht davon ab, weiter an meine Idee zu glauben. Im Jänner 2020 habe ich mein Projekt auf der Plattform „Innovationshauptplatz“ vorgestellt und konnte durch das Erreichen der geforderten Stimmenabgabe direkt im Büro Innovationshauptplatz meine Linzer Tortenbank präsentieren. Dann ging alles mit großen Schritten vorwärts. Binnen weniger Wochen waren alle organisatorischen, technischen und sonstigen Fragen geklärt und meine Tortenbank konnte in die Produktion gehen.

 

Gab es Schwierigkeiten bei der Erstellung der Tortenbank?

Um eine reale Optik der Linzer Torte darzustellen, war eine aufklebbare Folie geplant. Dies war aber nicht umsetzbar, da die Folie durch das Sitzen und die Reibung beim Aufstehen und Hinsetzen ihre Optik langfristig verloren hätte. Deshalb wurde die Torte vom Künstlerkollektiv „LORDS-Crew“ mit Spraydosen zum Leben erweckt. 

 

Welche Bedeutung hat die österreichische Mehlspeiskultur für Sie?

Jede Region, jedes Land hat seine eigene Mehlspeiskultur, die sie unverkennbar macht. Ich selbst gönne mir immer wieder gerne einen Nachmittagskaffee mit einem Stück Mehlspeis‘. Auch auf Reisen finde ich es spannend, in einer Bäckerei oder Konditorei das Angebot zu testen und zu genießen. Für kulinarische Experimente jeglicher Art bin ich offen und schlemme mich gerne durch die unterschiedlichen Kulturen. 

Die österreichische Mehlspeiskultur ist sehr vielseitig und kann sich absolut sehen und schmecken lassen. Nicht umsonst sind Apfelstrudel, Linzer Torte, Sachertorte weltweit ein Begriff und stehen für Österreich und seinen vorzüglichen Geschmack.

Ich selbst esse durchaus gerne ein Stück Linzertorte, aber meine absolute Lieblingsmehlspeise sind die Ribiselschnitten. Das Saure der Ribisel und die Süße der Schneehaube sind eine geniale Kombination. Wenn ich in Deutschland unterwegs bin (wo meine bessere Hälfte her stammt), dann muss es immer ein Stück Topfentorte sein. Für meine 6-jährige Tochter backe ich einen Ameisenkuchen, Schokomuffins und Palatschinken. Dann bekomme ich von ihr wieder den Titel verliehen: „die beste Mama auf der ganzen Welt“.


Vielen Dank für das tolle Gespräch. Wir wünschen alles Gute für die Zukunft und freuen uns schon auf die kommenden Mehlspeis‘-Kunstwerke.

 
Über die Künstlerin Astrid Starrermayr: Seit ihrem dritten Lebensjahr lebt die Künstlerin in Linz, wo sie auch maturiert hat und schließlich an der Kunstuniversität Linz das Textil Studium absolvierte. In den letzten 10 Jahren hat sie eine kreative Pause eingelegt, da ihre Familie im Vordergrund stand. Doch nun möchte sie wieder „den Faden aufnehmen“ und dort anknüpfen wo sie schon mal war.