Kulturhauptstadt 2024 - im Gespräch mit Josef & Philipp Zauner

Foto: Konditorei Zauner

Eine Stadt, eine gesamte Region wird Kulturhauptstadt. Ein weiterer innovativer Entwicklungsschritt, den Bürgern Europa emotional näherzubringen. Menschen, Räume und Programm sind die tragenden Ingredienzien des Kulthauptstadtjahres 2024. Das faszinierende an dem Projekt, liegt sicher darin, dass nicht der Ort, die Stadt gleichsam einer Nabelschau, in den Fokus der Aktivitäten gerückt wird, sondern die Kultur an sich! Der Inszenierung und der kreativen Herausarbeitung des Leitthemas „Die Kultur – das neue Salz“ ist höchste Anerkennung und Bewunderung zu zollen. Mit diesem konzeptionellen Zugang spannen die Kuratoren einen geographischen und kulturellen Bogen europäischer Dimension auf. Ja, noch mehr! Denn, was wäre das Leben ohne Salz?

Eingebettet in diesen kulturellen Rahmen findet sich ein Unternehmen, das seit 1832 Geschichte schreibt:
Die Konditorei Zauner. 

Die ehemalige  k. u. k Hofzuckerbäckerei Zauner ist so wie in den längst vergangenen Tagen der Monarchie heute noch die Adresse für alle, die Mehlspeisen lieben. Wer Bad Ischl besucht, und nicht beim „Zauner“ vorbeischaut, war eigentlich nicht in Bad Ischl. Das Haus Zauner pflegt seit 185 Jahren mit viel Hingabe sowohl die kalte als auch warme österreichische Mehlspeistradition und ist sich dabei über die geänderten Geschmacks- und Ernährungstrends sehr wohl bewusst. Dieser Entwicklung trägt man mit neuen Produkten Rechnung, nicht aber mit einer Abänderung der klassischen Rezepte, so wird es, wenn es nach Josef Zauner geht, auch nie eine „Esterhazy Schnitte light“ geben, denn das wäre eben keine Esterhazy Schnitte mehr. 

Wie sich das Salz den Weg weit über Österreichs Grenzen hinaus gebahnt hat, so ist es auch mit den Spezialitäten der Konditorei Zauner, die in die ganze Welt versendet werden und sich höchster Beliebtheit erfreuen. Ein Aushängeschild des Hauses ist sicher der Zaunerstollen, der stets nach gleicher Rezeptur und gleichem handwerklichen Verfahren hergestellt wird. Ganz dem Credo von Josef Zauner entsprechend: „Nicht jedem Trend nachlaufen, beinhart auf Linie bleiben, Qualität sowie Tradition pflegen und dabei offen für Neues bleiben."

Die Österreichische Mehlspeiskultur  ist einfach mehr als nur eine Süßigkeit, sie zeichnet eine Landkarte geschichtlicher Entwicklung zwischen den Regionen Europas, sie macht die Gemeinsamkeiten über Landesgrenzen hinweg bewusst und erreicht die Herzen der Menschen auf eine hochemotionale Weise. Frei nach dem Motto: Liebe geht durch den Magen. Mit Josef Zauner und seinem Sohn Philipp verfügt nicht nur die Kulturhauptstadt 2024 über zwei erfolgreiche, leidenschaftliche Konditoren, sondern über zwei Botschafter, die die süßen Seiten unseres Landes überzeugend in die Welt tragen.

Josef und Philipp Zauner im Gespräch über die Kulturhauptstadt 2024

Was bedeutet es für Sie, dass Bad Ischl zur Kulturhauptstadt 2024 ernannt wurde? 

Die Ernennung Bad Ischls und des Salzkammerguts zur Kulturhauptstadt 2024 spiegelt eine sehr große Chance für die Region wider: Man wird dadurch ein sehr interessantes Klientel ansprechen - den Kulturgast und nicht so sehr den Massentourismus. Dadurch erhoffen wir uns längerfristige und nachhaltige Auswirkungen für die gesamte Region. 

Weiters schafft das Bad Ischler „Kulturjahr“ die Möglichkeit die Region und das Salzkammergut international auf einer neuen Ebene zu präsentieren. Das ganze Salzkammergut mit seiner Geschichte und historischen Vergangenheit ist eine Kulturlandschaft - man bedenke: von Hallstatt aus wurde eine ganze Epoche geprägt, das Habsburgerreich von Ischl aus mitgeprägt und vieles mehr. Zum ersten Mal trägt eine kleine, inneralpine Region/Stadt die Kulturhauptstadt aus anstatt einer Großstadt. 

Wie bereiten Sie sich auf die Kulturhauptstadt 2024 vor?

Ein berühmter Gast des Hauses Zauner sagte einmal: „Beim Zauner ist Mehlspeise nicht nur Genuss, sondern Kultur!“ Wir leben die Mehlspeiskultur seit eh und je als Vertreter der klassischen österreichischen Zuckerbäckerei. Jetzt bekommen wir die Möglichkeit, das auf einer einmaligen Bühne zu präsentieren und in die Welt hinauszutragen. Aktuell wird in Ischl daran gearbeitet, die GmbH für die Kulturhauptstadt ins Leben zu rufen. Diese wird den Rahmen bieten, um in den kommenden vier Jahren den Inhalt, die Projekte etc. zu erarbeiten. 

Wie möchten Sie die Mehlspeiskultur den Besuchern näher bringen?

Die österreichische Mehlspeiskultur ist natürlich untrennbar mit der österreichischen Geschichte/Kultur verwoben und die Einflüsse gegenseitig nicht von der Hand zu weisen. Im Hause Zauner leben wir die Mehlspeiskultur seit 1832 – man merkt dies an jeder Ecke unseres Betriebes. Das Ambiente und der traditionelle Service lassen den Gast in eine längst vergessene Zeit eintauchen. Dabei darf auch das größte Mehlspeisenbuffet Österreichs nicht fehlen. Mehlspeiskultur zu leben und diese unseren Gästen näher zu bringen, wird uns auch 2024 dadurch gelingen, indem wir unbeeinflusst vom schnellen Wandel des 21. Jahrhunderts unserer Linie treu bleiben und die schönste Seite der traditionellen österreichischen Konditorei präsentieren.