Kühe auf Wanderschaft

Foto: Wolfgang Hauke/shutterstock

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen abnehmen, dann sehnen sich nicht nur die Menschen nach Geborgenheit. Auch das Vieh, das die warme Jahreszeit auf den Almen verbrachte und sich an den saftig grünen Wiesen labte, sucht die Wärme. Das Zurückführen der Kühe ins Tal geht allerdings nicht klammheimlich vonstatten, sondern ist eine festliche Veranstaltung, die Österreicher und Touristen gleichermaßen in seinen Bann zieht. 

 

Warum die Bauern den Abstieg der Kühe von der Alm als ein Fest zelebrieren, hat einen einfachen Grund. Die Landwirte verleihen im Almabtrieb ihrer Dankbarkeit Ausdruck, dass das Vieh die Zeit auf der Alm unfallfrei überstand – denn das ist nicht als selbstverständlich anzusehen! 
Almabtriebe finden im Spätherbst – traditionell rund um den Martinitag am 11. November – in ganz Österreich statt. Als Hochburg des festlichen Events gilt Tirol, wo der Almabtrieb neben einem kulturellen auch ein kulinarisches Highlight darstellt. Nicht selten verwöhnt ein Bauernmarkt auf der Alm beziehungsweise im Dorf die Geschmacksknospen der Besucher mit klassischen Tiroler Schmankerln, wie zum Beispiel Melchermuas, Tiroler Kiachl oder Zillertaler Krapfen.

Kunstvolle Kühe

Nachdem das Vieh geschmückt wurde, ist es beinahe nicht wiederzuerkennen: Auf den Köpfen der Kühe thronen prachtvolle Blumenkronen, die in den verschiedensten Farben schimmern. Kein Wunder also, dass sich sowohl Einheimische als auch Gäste dieses prächtige Schauspiel nicht entgehen lassen möchten.
Der kreative Breitenbacher Bauer Erich Ruprechter treibt die Kunst mit den Kühen sogar noch ein Stückchen weiter. Denn er schnitzt die Hinterteile seiner Kühe in Holz und bringt das fertige Kunstwerk über der Stalltür an.