Konnichiwa, Mehlspeis`!

Foto: Sailer

Die Liebe hat Konditor- und Bäckermeister Adolf Sailer vor rund 35 Jahren nach Fukoka, Japan verschlagen. Dort führt er seit 1994 eine Bäckerei und Konditorei, wo er mittlerweile bis zu 85 Mitarbeiter beschäftigt und die Japaner täglich mit Mehlspeisen und gutem österreichischen Brot versorgt. Im Mehlspeis‘-Interview verrät der Innviertler mehr über seine Wahlheimat, seine Verbundenheit zu Österreich und welche Mehlspeisen in Japan besonders gut ankommen.

Warum sind Sie nach Asien ausgewandert?

Sailer: Im Dezember 1984 war ich auf Anraten meines Vaters in Japan, um mich weiterzubilden.1986 habe ich – zurück in meinen elterlichen Betrieb in Mauerkirchen – die Meisterprüfung für Bäcker und Konditoren absolviert. 1989 ging ich wieder zurück nach Japan, dort hab‘ ich schließlich 1994 die Bäckerei und Konditorei Sailer in Fukoka gegründet. Meine Ehefrau ist Japanerin und nach rund zehn Jahren reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, uns in Japan selbstständig zu machen.

Was ist der Unterschied zu Österreich?

Sailer: In Japan braucht man, um ein Handwerk auszuüben, keine besonderen Befähigungsnachweise wie etwa eine Meisterprüfung, die ich ja zuvor bereits in Österreich absolviert habe. Das erledigt sich dort von selbst. In Österreich ist schon so mancher schon aus wirtschaftlicher Sicht verhungert, bevor er umsetzen konnte, was er umsetzen hätte können. Das heißt, für mich geht in Japan vieles leichter – und die Zutaten für meine Mehlspeisen bekomme ich auch hier bzw. aus Österreich, kein Problem! 

Welche Ihrer Mehlspeisen kommen besonders gut in Japan an? 

Sailer (lacht): Ach, eigentlich alle! Ob Apfelstrudel, Sachertorte, Kardinalschnitte, Nusstorte, Schaumrollen, Käsekuchen, Linzerschnitte, Topfentascherl – eigentlich mögen die Japaner alle unsere original österreichischen Mehlspeisen!

Was vermissen Sie an Österreich? 

Sailer: Kulinarisch betrachtet die hausgemachten Mehlspeisen von meinen elterlichen Betrieb zu meiner Jugendzeit, z.B. die Linzerschnitte von meinem Vater oder die Topfenschnitte. Zum Glück komme ich regelmäßig heim ins Innviertel und kann in Mauerkirchen im Betrieb meines Bruders Rudolf oder bei meinen Eltern die Mehlspeisen genießen ohne sie selbst zubereiten zu müssen. 


Vielen Dank für das sehr spannende Interview und weiterhin viel Glück und Erfolg in Japan!