„Ich wollte schon immer Konditor werden“

Fotos: Manfred Löschl

Manfred Löschl wusste schon als Kind, dass er einmal Konditor werden möchte. Deshalb fiel ihm die Entscheidung, eine Lehre zum Konditor und die Ausbildung zum Konditormeister zu absolvieren, nie schwer. Seine Leidenschaft für das Handwerk ist beeindruckend, denn selbst nach der Ausbildung zum Schokoladensommelier und als zukünftiger Chef Patissier möchte er sich ständig weiterbilden und neues Wissen aneignen. Mehr über den jungen Konditormeister und seine Verbindung zur Mehlspeiskultur erfährst du im folgenden Text. 

Von Mamas fleißigem Helfer zum ausgezeichneten Konditormeister

Bereits als Kind wollte Manfred Löschl seiner Mutter beim Kochen und Backen helfen. Ab der ersten Klasse Volksschule durfte er es. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft für das Backen. Mit 15 Jahren musste er sich überlegen, was er in Zukunft einmal machen möchte. Die Entscheidung fiel ihm leicht: Konditor! 

Ebenso schnell wie die Entscheidung getroffen war, fand Manfred Löschl auch eine Lehrstelle und zwar bei Mehlspeiskultur-Botschafter Karl-Heinz Hagmann in der Konditorei Hagmann in Krems. Während seiner Lehrzeit wuchs seine Leidenschaft für das Handwerk. Folglich entschied er sich nach dem Lehrabschluss die Ausbildung zum Konditormeister zu absolvieren. 

Sein Talent stellte Manfred Löschl des Öfteren unter Beweis: Er siegte beim Landeslehrlingswettbewerb der Konditoren 2013 in Niederösterreich, gewann beim Bundeslehrlingswettbewerb 2013 Gold, bekam den Julius Raab Lehrlingspreis verliehen und schloss seine Lehre als auch den Konditormeister mit Auszeichnung ab. 

Der Weg in die Patisserie

Nach sieben Jahren im Lehrbetrieb wollte Manfred Löschl einen anderen Bereich des Handwerks kennenlernen und entschied sich für die Gastronomie, in welcher er bis heute tätig ist. Anfangs arbeitete er als Patissier im 4*S Hotel Regina in Sölden und als Chef de Partie Patissierie im Stock Resort***** Finkenberg im Zillertal. Danach wurde er Demi Chef Patissier im Landhaus Bacher bei Mehlspeiskultur-Botschafterin und Haubenköchin Lisl Wagner-Bacher. Ab März wird er dort als Chef Patissier die Gäste mit seinen süßen Kreationen verzaubern.  

Jüngster Schokoladensommelier der Welt

2018 absolvierte Manfred Löschl die Ausbildung zum Schokoladensommelier, welche weltweit nur an der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks Weinheim in Kooperation mit der Chocolate Academy Köln angeboten wird. Seit dem gehört er zu den 37 Schokoladensommeliers weltweit, wovon er der Jüngste ist. In Österreich gibt es aktuell nur drei Personen, die diese Ausbildung vorzuweisen haben. Neben Manfred Löschl hat auch Mehlspeiskultur-Botschafter Helmut Wenschitz diese 2018 erfolgreich abgeschlossen. 

Hunger nach mehr Wissen

Da sich die Patisserie ständig weiterentwickelt, besucht Manfred Löschl regelmäßig Kurse zur Weiterbildung. Beispielsweise besuchte er Zucker-, Airbrush- sowie Modellierkurse, nahm am Fachseminar „Schokolade und Pralinen“ teil und besuchte die Chocolate Academy Köln, um noch mehr über Desserts für die gehobene Gastronomie zu erfahren. Für die Zukunft sind schon weitere Fortbildungen geplant, um seinen Wissenshunger zu stillen.  

Spitzname „Schoko Mani“

Auf die Frage, wie er den Spitznamen „Schoko Mani“ erhalten habe, antwortet Manfred Löschl: „Als ich die Ausbildung zum Schokoladen Sommelier gemacht habe, war ich in einem Tiroler Hotel tätig, wo ich mich besonders viel mit Schokolade beschäftigte. Einmal hat ein Kollege zu mir ‚Schoko Mani‘ gesagt, was meine Kollegen und ich cool fanden und sich deshalb auch eingebürgert hat. Bei einem Abendessen mit Kollegen ist dann die Idee aufgekommen, den Namen als Marke zu nutzen und deshalb habe ich meinen Profilnamen auf Instagram dementsprechend geändert.“

Die Verbindung zur Mehlspeiskultur

Neben den Trends in der Patisserie lässt sich Manfred Löschl auch von der österreichischen Mehlspeiskultur beeinflussen. Denn das Handwerk stellt eine grundlegende Basis für seine Arbeit dar. Auch interpretiert er österreichische Mehlspeisen-Klassiker gerne neu wie zum Beispiele eine Sachertorte als Parfait oder die Hauptkomponenten Schokolade und Marille umgewandelt als süße Bowle (Schokoladenmousse, Marillen-Sorbet, Schokoerde, marinierte Marillen, …). Er begründet die Entscheidung damit, dass sich die Mehlspeisen seit Jahrhunderten bewährt haben und es keinen Sinn machen würde, alles neu zu erfinden. 

Auf die Frage, welche seine Lieblingsmehlspeise ist, antwortet Manfred Löschl: „In unserem Beruf müssen wir sehr viel probieren, verkosten und abschmecken, dennoch esse ich gerne ein Stück Mehlspeise, dieses aber bewusst und mit allen Sinnen. Wenn ich ein Stück Mehlspeise esse, dann möchte ich das genießen, denn das ist ein kleiner Luxus, den man sich gönnt.“ Zu seinen absoluten Favoriten gehören das Zaunerkipferl und eine Zitronentarte.

 

Wir bedanken uns bei Manfred Löschl für die Beantwortung unserer Fragen und freuen uns sehr, dass wir diesen ausgezeichneten Konditormeister und jüngsten Schokoladensommelier der Welt als neuen Mehlspeiskultur-Botschafter begrüßen dürfen.