Hut ab vor der Elite von morgen

Foto: Robin Consult

Zweistöckige Aufsatztorte, die Herstellung von Marzipanfiguren, getunkte Pralinen, Marzipanblüten und vieles mehr präsentierten die besten Konditorlehrlinge Österreichs beim „Bundeslehrlingswettbewerb der Konditoren“ kürzlich im Casino Baden (NÖ). Der Kreativität war mit dem Motto „Beethoven“ keine Grenzen gesetzt.

 

Die von Jahr zu Jahr steigende Professionalität der Leistungen der jungen Kolleginnen und Kollegen sieht man insgesamt als eine höchst erfreuliche Entwicklung. Spricht sie doch für die große Einsatzbereitschaft des Nachwuchses und für die hohe Ausbildungsqualität der Lehrbetriebe. „An einem Wettbewerb teilnehmen heißt für die jungen Konditorinnen und Konditoren, sich einer Herausforderung stellen und eine schwierige Aufgabe – auch wenn sie viel Hilfe bekommen – selbst bewältigen zu müssen", umreißt Oberjuror Bernd Fenkart die Philosophie von Wettbewerben, an denen die Jugend reift und wächst und sich damit auch besser Berufschancen sichert.

Die Juroren unter dem Vorsitzenden LIM Bernd Fenkart (Vorarlberg), Erich Schreiber (NÖ), Hubert Berger (Salzburg), LIM Erich Handl (Steiermark) sowie LIM Josef Angelmayr (Wien) haben sich die Aufgabe nicht leicht gemacht und jede einzelne Arbeit mit entsprechender Sorgfalt beurteilt. Letztendlich ging der Titel „Bester Konditorlehrling 2019“ nach Wien Oberlaa: Anna Heidenreich (20) überzeugte die Expertenjury mit einer Geige aus Zucker, die mit einem Klavier tanzt. Die Plätze zwei und drei sicherten sich Anna Wibmer (20) aus Lienz (Tirol) und David Hofmann (19) aus Maissau (NÖ).

„Der Bundeslehrlingswettbewerb ist jedes Jahr eine hervorragende Möglichkeit, das Können unseres Konditornachwuchses einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich freue mich sehr, dass dieses wichtige Branchenevent heuer im schönen Ambiente des Casino Baden ausgetragen wurde“, sagt Bundesinnungsmeister der Konditoren Leo Jindrak (Konditorei Jindrak, Linz).

Die Besten der Besten

Beim jährlich stattfindenden Bundeslehrlingswettbewerb der Konditoren nehmen jene Lehrlinge teil, die heuer bereits in ihrem Bundesland bei den Landeslehrlingswettbewerben die zwei besten Stockerlplätze belegten. So auch die Salzburger Landessiegerin Stefanie Seiler von der Café Konditorei Moser in Seekirchen. Ihre Chefin Martina Moser, die auch Salzburger Landesinnungsmeisterin der Konditoren ist, bekräftigt die Wichtigkeit von Nachwuchsförderung:

„Während die Landeslehrlingswettbewerbe für unsere Lehrlinge die beste Übung für die Lehrabschlussprüfung sind, sind die Bundeslehrlingsbewerbe ein großer Ansporn für die, die besonders gut sind. Der Bundeslehrlingswettbewerb ist für das Image des Konditorhandwerks sehr wichtig und für die Lehrlinge einfach eine Riesenmotivation. Vor allem bekommen die Jungkonditoren im Rahmen dieser Veranstaltung ein fundiertes Feedback und viel Wertschätzung zurück. Ich finde es ganz toll, dass es diese Wettbewerbe gibt, da auch wirklich die Lehrlinge im Mittelpunkt stehen“, so Moser.

Zudem bewundere die Konditormeisterin die Teilnehmer/innen für ihren Mut und Engagement, mitzumachen: „Sie üben viel, investieren viel Zeit in die Vorbereitung und liefern dann einfach tolle Leistungen ab. Man merkt, dass das Niveau im Wettbewerb äußert hoch ist, was natürlich auch viel Leistungsdruck hervorruft“, zieht Moser den Hut vor den Kandidaten.

Lehrlinge von heute, Fachkräfte von morgen

Konditormeister Josef Illecker (Konditorei-Lebzelterei Illecker, Molln), Juror bei den OÖ Landeslehrlingswett-bewerben, weiß, was die jungen Zuckerbäcker alles leisten: „Unsere Landes- und Bundeslehrlingswettbewerbe sind ein wichtiges Messinstrument für die Branche, denn sie sind vor allem auch eine jährliche Leistungsüberprüfung für die Lehrbetriebe selbst. Die Wettbewerbe zeigen einen Querschnitt der österreichischen Mehlspeiskultur, das beginnt bei der Verwendung von heimischen Zutaten und geht bis zur Ausführung traditioneller Handwerkstechniken. Ich selbst bin schon lange im Beruf, staune aber immer wieder, was die Konditorlehrlinge alles leisten fahre immer wieder beeindruckt nach Hause!"

Dem schließt sich auch Leo Jindrak an: „Die Lehrlinge von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Traditionelle handwerkliche Fertigkeiten werden im Konditorberuf großgeschrieben und kreative Fähigkeiten können hier voll entfaltet werden. Mit der Konditorlehre stehen den jungen Menschen nicht nur in Österreich sondern auch weltweit viele Türen offen.“

Konditor-Elite von morgen – internationale Bewerbe 

Die Staatsmeisterschaft bietet dem Konditornachwuchs nicht nur die Erfahrung, an einem renommierten heimischen Bewerb teilnehmen zu können, sondern es werden hier auch wichtige Branchenkontakte geknüpft. Zudem nehmen die österreichischen Konditoren seit vielen Jahren erfolgreich an den EuroSkills und WorldSkills teil.

Die Bundesinnung der Lebensmittelgewerbe organisiert den Bewerb gemeinsam mit SkillsAustria, dem Zentrum für Berufswettbewerbe innerhalb der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). SkillsAustria ist zudem für die Vorbereitung und die Entsendung des Team Austria zu den internationalen Berufswettbewerben verantwortlich.