Gertraud Gerstbergers Kletzenbrot ist mehr als nur ein Weihnachtsgebäck

Foto: Gertraud Gerstberger

Das Kletzenbrot – auch „Früchtebrot“ oder „Hutzelbrot“ genannt – gehört zu den ältesten Weihnachtsgebäcken und wird traditionell in Österreich, Bayern und Italien in der Adventzeit gebacken. 

„Das Kletzenbrot ist für mich nicht nur ein Weihnachtsgebäck, sondern auch eine Tradition, die die ganze Familie vereint“, erzählt die leidenschaftliche Bäckerin Gertraud Gerstberger aus St. Agatha (OÖ), die exklusiv ihr Familienrezept mit „Die Mehlspeis‘“ teilt.

Die Geschichte des süßen Früchtebrotes lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Zu dieser Zeit bestand der Teig nur aus Roggenmehl und es wurde ausschließlich Dörrobst (Kletzen) untergemischt. Erst durch den wachsenden Wohlstand und die Globalisierung konnten auch andere Früchte wie Feigen und Rosinen importiert und verwendet werden.

Unterschiedliche Bräuche

Das Kletzenbrot gilt seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol. In Österreich gab es unterschiedlichste Bräuche, um für fruchtbare Ernten und Tiere zu bitten. So umarmten etwa die Kletzenbrot-Bäckerinnen nach dem Backen mit ihren teigigen Händen die Obstbäume in dem Glauben, dass sich auf diese die Fruchtbarkeit des Kletzenbrotes für das kommende Jahr überträgt. Damit Glück und Fruchtbarkeit auch für die Tiere gesichert waren, wurden aus den Teigresten kleinere Kletzenbrote gebacken und an die Tiere verfüttert.

Vielfältige Zubereitungsarten

Traditionell wird das Kletzenbrot mit den namensgebenden Kletzen (auch bekannt als Hutzen oder Dörrbirnen) zubereitet. Dafür werden hochreife Birnen – zum Teil auf dafür extra konstruierten Dörrstraßen – gedörrt. Heute werden auch andere Früchte für das Kletzenbrot verwendet wie beispielsweise Zwetschken, Feigen, Rosinen und Äpfel.

Das Kletzenbrot wird in unterschiedlichen Varianten gebacken. Zu den bekanntesten gehören das „Bauern-Kletzenbrot“ und das „Kletzenbrot im Teigmantel“. Beim Bauern-Kletzenbrot werden die Früchte direkt in den Teig eingeknetet und zu einem Brotlaib geformt. Beim Kletzenbrot im Teigmantel wird – wie es der Name bereits erahnen lässt – die reine Fruchtfülle von einem dünnen Teig ummantelt.

Hier geht es zu Gertrauds Rezept!