Ein beerenstarker Betrieb

Foto: Lukas Lehner

Als Landwirtschaftsmeister Franz Lehner vor 39 Jahren seine ersten Erdbeeren pflanzte, ahnte er vermutlich nicht, dass er damit den Grundstein für sein heutiges Beeren-Imperium Lehners Beeren legte. Wie der Name vermuten lässt, versteht sich der in Stadt Haag (NÖ) ansässige Betrieb als wahrer Spezialist für Beeren aller Art. 

 

„Wir sind schon als kleine Kinder auf den Markt mitgefahren und haben das von Kindesbeinen miterlebt“, erklärt Lukas Lehner den ihm und seinen Geschwistern in die Wiege gelegten Geschäftssinn für das Geschäft mit Früchten. Gemeinsam mit seinen sogenannten „Beerenbrüdern“ Simon und Martin sowie den Eltern Franz und Elisabeth macht er das Kernstück des landwirtschaftlichen Familienbetriebs Lehners Beeren aus. Während der ursprüngliche Schweinemastbetrieb in seinen Anfängen Beeren auf Ständen neben der Straße an den Mann und die Frau brachte, stehen die frischen Früchte des Unternehmens mittlerweile in vielen Teilen des Landes zum Angebot.

Beeren soweit das Auge reicht

Obwohl der Betrieb durch den Verkauf von Erdbeeren bereits Erfolg hatte, sollte es beim ausschließlichen Anbau der roten Frucht nicht bleiben. Denn auf den Feldern der Familie Lehner finden sich ebenso Himbeer- und Heidelbeerstauden. Sogar Spargel hat es ins Sortiment von Lehners Beeren geschafft und das obwohl es dafür eines speziellen Bodens bedarf, den es im Mostviertel angeblich gar nicht gibt. „Das Anbauen von Spargel funktioniert aber trotzdem – sogar sehr gut“, gibt sich Lukas Lehner zufrieden. 

Zufrieden können die Lehners auch mit der Größe ihrer Anbauflächen für Beeren sein. Aufgrund deren Ausmaßes wurde jedes Familienmitglied mit einem eigenen Aufgabengebiet betraut: Sohn Lukas kümmert sich um Heidelbeeren, die Himbeeren fallen in die Verantwortung von Sohn Martin. Vater Franz ist für die Erdbeeren zuständig und wird dabei von seinen Söhnen Lukas, Martin und Simon, der sich um den Spargel annimmt, sowie Gattin Elisabeth unterstützt. Letztere verkauft außerdem die geernteten Beeren und viele weitere selbstgemachte fruchtige Köstlichkeiten im eigenen Beerenladen des Betriebs. Gleich hinter dem Laden wachsen Lehners Himbeeren, die Heidelbeeren gedeihen in der Nähe des Haager Freibads.

Lehners Wunderbeeren

Geerntet wird bei der Familie Lehner zwischen Mai und September. Als erstes fallen die Erdbeeren in die Körbe, Ende Juni kommen Heidelbeeren und Himbeeren an die Reihe. Da Sohn Martin nicht nur Sommer-, sondern auch Herbsthimbeeren anpflanzt, erstreckt sich die Erntezeit dieser Früchte sogar bis Ende September. Verkauft werden müssen die Himbeeren im Gegensatz zu den Heidelbeeren allerdings sofort: „Himbeeren sind sehr sensibel, es zählt die Frische. Heidelbeeren muss man nicht am gleichen Tag verkaufen“, erzählt Lukas Lehner. 

Während Himbeeren schon im Altertum als Heilpflanze galten, Nieren- und Blasenbeschwerden linderten, für schöne Haut und Haare sorgten und die Immunabwehr stärkten, sieht Lukas Lehner die Heidelbeere als eine Frucht der Zukunft: „Sie wächst von selbst, ist robust, dankbar und gesund. Sie gehört zu den Superfoods.“ Aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe fördert sie unter anderem die Verdauung und wirkt außerdem dem Altersprozess entgegen. 

Stichwort Nachhaltigkeit

Dass die Regionalität von Produkten heutzutage einen hohen Stellenwert einnimmt, war Familie Lehner seit jeher bewusst. „Die Leute wollen wissen, wo die Früchte herkommen“, weiß Lukas Lehner und übernimmt Verantwortung für die Qualität der Beeren: Auf den Schalen, in denen das Obst gekauft wird, steht der Name und die Telefonnummer des Unternehmens. Sollten die Produkte den Anforderungen der Konsumenten nicht entsprechen, haben diese die Möglichkeit, sich auf der Beeren-Hotline des Betriebs kritisch zu äußern. 

Auch Lob nehmen die Lehners telefonisch gerne entgegen – und davon gibt es mit Sicherheit nicht zu wenig. Denn die Beeren bestechen durch einen natürlichen und frischen Geschmack. Das kommt nicht von irgendwo: Beim Anbau der Früchte macht Familie Lehner von Folientunneln Gebrauch, dank denen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Unkrautbekämpfung deutlich reduziert werden können. Zudem setzt Lehner Beeren auf Nützlinge, die Blattläusen, Spinnmilben und weißen Fliegen auf natürlichem Wege den Garaus machen. Auch beim Entsorgen der Folie hat Nachhaltigkeit oberste Priorität: Nachdem die Folien ausgedient haben, kommen sie in Recyclingcenter. Was die Bewässerung angeht, handeln die Lehners gleichermaßen umweltbewusst und halten den Wasserverbrauch nur so gering als nötig. 

Hier gibt es Lehners Beeren

Neben der Möglichkeit die Beeren von Familie Lehner auf Ständen im Großraum Linz, dem Linzer Südbahnhofmarkt, in Steyr oder in Elsbethen bei Salzburg zu kaufen, können Kunden ebenso in den Hofladen in Haag kommen (Straße zur Autobahn 7, 3350 Haag). Ein Erlebnis der besonderen Art ist das Selber-Pflücken der eigenen Erdbeeren direkt auf dem Feld. Sobald die frischen Himbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren geerntet sind, steht der Zubereitung von fruchtigen Mehlspeisen und süßen Marmeladen nichts mehr im Wege! 

Erdbeer-Petersilie-Marmelade nach Elisabeth Lehners Art

Zutaten: 

  • 1 kg Erdbeeren 
  • 1 Dose Gelierhilfe 2:1 zuckersparend
  • 0,5 kg Kristallzucker
  • Zitronensaft
  • etwas Basilikum klein gehackt

Zuerst die Erbeeren mit Gelierhilfe und Zitronensaft kurz aufkochen und anschließend Zucker dazugeben. Sobald das Gemisch kocht, 4 Minuten fertigkochen. Kurz vor Ablauf der Zeit das Basilikum hinzufügen. Die heiße Marmelade abschließend in Gläser füllen.