Die steirische Osterpinze - ein klassisches Feiertagsgebäck

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Die Reise von Italien in die Steiermark

 

Der Ursprung der steirischen Osterpinze liegt – obwohl es der Name vermuten ließe – allerdings nicht in der Steiermark, ja nicht einmal in Österreich. Bekanntheit in der Alpenrepublik erlangte die süße Backware nämlich erst im 19. Jahrhundert. 

Erstmals zubereitet wurde sie tatsächlich in Italien, genauer gesagt in den Regionen Venetien und Friaul. Die Herkunft der Pinze gibt dabei Aufschluss über ihren Namen: Er geht entweder aufs lateinische „pinsere“, was kneten bedeutet oder den italienischen Begriff „pinza“ zurück, der sich auf die Schere zum Einschneiden des Gebäcks bezieht. 

In Italien galt die Backware als eine klassische Mehlspeise zu Weihnachten und Neujahr. Über die italienische Stadt Görz, die sich direkt neben der slowenischen Grenze befindet, fand die Pinze schließlich ihren Weg in österreichische Gefilde. 

In Österreich und der Steiermark wurde das Weihnachtsgebäck jedoch zu einer österlichen Mehlspeise umfunktioniert. Dabei musste sie sich erst gegen einige andere Ostergebäcke wie zum Beispiel aus Teig geflochtene Osterkörbe durchsetzen, was nach dem Ende des zweiten Weltkriegs schließlich der Fall war. 

 

Die spezielle Form der steirischen Osterpinze

Es ist nicht nur der einzigartige Geschmack, der die steirische Osterpinze auszeichnet. Auch ihr Aussehen sticht heraus. Vergleiche wurden dabei schon viele gezogen, unter anderem, dass die Osterpinze der Kopfbedeckung von Geistlichen ähneln würde.  Einfluss auf die besondere Form könnte jenes sonnenförmige Brot gehabt haben, das bereits alte Kulturvölker zum Frühlingsbeginn backten.  

Da wo sich in der Pinze die drei Einschnitte treffen, legt man nicht selten ein Ei. Dieses symbolisiert Reinheit sowie Fruchtbarkeit und wird als Opfer- beziehungsweise Liebesgabe aufgefasst. Pinzen mit roten Ostereiern, die durch ihre Farbe an das vergossene Blut Christi erinnern, bringen angeblich Glück.