Die Mehlspeise - mehr als nur Mehl!

Foto: Dar1930/shutterstock.com

Mehlspeis' bzw. Mehlspeise - bei diesem Wort hat nicht jeder das gleiche Bild im Kopf. Manche denken an einen Marmorgugelhupf, andere an eine süße Cremeschnitte.

Die Liebe zur Mehlspeise

Beim Wort "Mehlspeis'" denkt nicht jeder an das Gleiche. Einer denkt an einen köstlichen Apfelstrudel, ein anderer an flaumige Buchteln und der Dritte wiederum an Palatschinken. Gemeinsam haben alle drei: Alleine beim Gedanken an die Mehlspeise läuft einem das Wasser im Munde zusammen. 

Mehl-speise oder Mehlspeise?

In Deutschland wird der Begriff "Mehlspeise" sehr streng ausgelegt. Als Mehlspeise versteht man nur Speisen, in denen tatsächlich Mehl enthalten ist. In Österreich ist das anders. Eine ganze sich über Jahrhunderte erstreckende Kaffeehaustradition - besonders in der Hauptstadt, aber auch fernab Wiens - gründet darauf. Jede Art von Süßspeise - mit oder ohne Mehl - wird in Österreich unter dem Begriff Mehlspeise zusammengefasst. Dazu gehören zum Beispiel Germknödel, Torten, Kuchen, Nockerl, Palatschinken, Plundergebäck, Rouladen, süße Strudel und vieles, vieles mehr. 

Dem Fasten sei Dank!

Klingt paradox, ist aber so: Denn die heutige Vielfalt an österreichischen Mehlspeisen ist dem kirchlichen Fastengebot zu danken. Früher durften die braven Gläubiger fast die Hälfte aller Tage im Jahr kein Fleisch essen. Fisch war zu dieser Zeit noch teuer, weshalb immer kreativere Mehlspeisengerichte entstanden sind. Damals zählte sogar der Gemüsestrudel zu den herzhaften Mehlspeisen. 

Als Abschluss eine Mehlspeise

Seit dem 19. Jahrhundert wird der Begriff "Mehlspeise" so verwendet, wie es auch heute geläufig ist: Für süße Kreationen, die zumeist als letzter Gang in einem Menü oder am Nachmittag zum Kaffee gereicht werden. Ohne Mehlspeis' wär das Leben eindeutig weniger süß.