Die Erfolgsgeschichte der Pofesen

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Von einer ursprünglich ärmlichen bäuerlichen Speise haben die Pofesen im Laufe der Zeit den Sprung ins Register der Österreichischen Mehlspeiskultur geschafft und sind aus dieser mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

 

Schon zu Zeiten des römischen Reichs genossen die Menschen Pofesen, die sich schnell und unkompliziert zubereiten ließen. Einige hunderte Jahre später wurde das erste schriftliche Rezept in deutscher Sprache im „Buch von guter Speise“ festgehalten. Dieses Kochbuch, das aus dem 14. Jahrhundert stammt, bezeichnet die gebackenen Weißbrotscheiben als „Arme Ritter“.

 

Doch woher stammt der in Österreich geläufige Ausdruck Pofesen?


Er rührt vom Aussehen der Mehlspeise her: Denn mit etwas Fantasie ähneln die süßen Gebäcke einem Ritterschild. Der Name Pofesen bezieht sich daher wahrscheinlich auf die Form jener Schilder aus der italienischen Stadt Pavia in der Lombardei. Obwohl Pofesen österreichweit zwar das ganze Jahr über genossen werden, isst man sie traditionellerweise am Karfreitag.

 

Aber warum gelten Pofesen als Fastenspeise?

 

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da verschiedene Theorien die Erklärung dafür liefern. Eine davon beruft sich auf den Karfreitag als den höchsten Feiertag im kirchlichen Jahreskreis. Am Gedenktag von Jesu Kreuzestod gehörte das Ablegen der Beichte selbstverständlich dazu. All jene, die sich an diesem Tag dem Priester anvertrauten und von ihren Sünden freisprechen ließen, durften zu Mittag eine üppige Speise genießen. Diejenigen jedoch, die die Beichte verweigerten, mussten sich mit Pofesen, sprich einer Speise für die Armen, zufrieden geben.

Ein anderer Erklärungsversuch geht davon aus, dass Pofesen aufgrund ihres Aussehens zur Festtagsspeise wurden. Das weiße Brot wirkte feierlich, was dazu führte, dass Pofesen am Karfreitag verspeist wurden. Die wohl wahrscheinlichste Theorie, warum sich der Verzehr von Pofesen am Karfreitag durchsetzte, hat theologische Hintergründe. Denn der Karfreitag gilt als besonders strenger Fast- und Abstinenztag, an dem neben zwei kleinen Mahlzeiten nur eine große Sättigung eingenommen werden sollte. Dabei soll kein Fleisch konsumiert werden. Aus diesem Gebot heraus entstanden die Pofesen, die sich am Karfreitag als eine einfache und fleischlose Alternative herausstellten.