Das Kaffeehaus als Institution

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Im Kaffeehaus finden sich Genießer, Philosophen und Künstler gleichermaßen. Es stellt sich die Frage: Wer hat's erfunden? 

 

Im Kaffeehaus scheint es, als stünde die Zeit still – auf dem von Plüschbänken umgebenen Marmortisch nebenan könnte bereits Wolfgang Amadeus Mozart gesessen haben, der sich bei Kaffee und Kuchen inspirieren ließ. Die Tritte auf dem Parkett könnten von Sigmund Freud stammen, der sich auf dem Weg zu seinem Stammplatz befindet. Das Geräusch des Aufschlagens der Tageszeitung kommt aus jener Ecke, in der es sich schon Arthur Schnitzler gemütlich gemacht haben könnte. Wer heutzutage in einem klassischen Wiener Kaffeehaus Platz nimmt, um Kaffee und Mehlspeise zu genießen, fühlt sich tatsächlich in frühere Zeiten zurückversetzt oder vielmehr von früheren Zeiten eingeholt – hat es doch den Anschein, als hätte sich das Kaffeehaus nicht verändert. 

Fakt oder Fiktion? 

Der Legende nach eröffnete das erste Wiener Kaffeehaus im Jahre 1683, als gegen Ende der Türkenbelagerung Georg Franz Kolschitzky, als Feind verkleidet, die Armee der Türken durchbrach, um Karl von Lothringen eine wichtige Botschaft zu übermitteln. Für seine Tat wurde Kolschitzky mit einem Baugrund, einer Gewerbeberechtigung und einer Beute in Form von bis dato unbekannten Kaffeebohnen belohnt. So soll er unweit des Stephansdoms die Pforten des ersten Wiener Kaffeehauses geöffnet haben. Andere Quellen berichten, dass sich die Wiener erstmals im Jahre 1685 im Kaffeehaus von Johannes Diodato an diversen Leckereien erfreuten. Das älteste Kaffeehaus, das seine Gäste nach wie vor mit Kaffee und Süßem verwöhnt, ist das Café Frauenhuber. Seit 1824 genießen die Menschen das besondere Ambiente des traditionellen Kaffehauses, das musikalische Größen wie Mozart oder auch Beethoven zu seinen Gästen zählte.