Das Handwerk als Lebensinhalt

Foto: Roland Holitzky

Konditor- und Bäckermeister Bernd Hochleitner hat nicht nur das Handwerk bei den großen Meistern der Backszene – wie Karl Schuhmacher – gelernt, sondern auch seinen Lebensinhalt entdeckt. Heute führt er das elterliche Traditionsunternehmen mit seiner Frau. Mehr über den Ausbildungsweg von Bernd Hochleitner, das ausgezeichnete Familienunternehmen und seine Liebe zur österreichischen Mehlspeiskultur findest du im folgenden Beitrag.  

In der Schule der großen Meister

Obwohl Bernd Hochleitner sozusagen in der Backstube des elterlichen Betriebs aufgewachsen ist, entschied er sich, die Konditorausbildung erst als zweiten Bildungsweg zu erlernen. Nach erfolgreichem Abschluss der Handelsakademie und des Bundesheers zog es ihn nach Salzburg, wo er in der Patisserie des Hotels Sheraton arbeitete. Nach einem Jahr wechselte er in die Konditorei Oberlaa. Dort lernte er bei Konditormeister Karl Schuhmacher die vielfältigen Möglichkeiten des Konditorhandwerks kennen und sog das Wissen dazu nur so auf. Er selbst sagt, dass zu dieser Zeit die Konditorei mit all ihren Facetten zu seinem Lebensinhalt wurde. Folglich wollte Bernd Hochleitner immer mehr lernen und erfahren, weshalb es ihn auch nach Brüssel und Deutschland zog. In Brüssel entdeckte er beim Relais Dessert Pâtissier Paul Wittamer seine Liebe zur Arbeit mit Schokoladen und die vielen Facetten der Verarbeitung. In Deutschland arbeitete er im Edelrestaurant Tantris in München und in Hamburg in der Konditorei Andersen. Nach der Zeit bei Paul Wittamer absolvierte Bernd Hochleitner die Konditormeisterprüfung. Auch die Bäckermeisterprüfung legte er wenige Jahre später ab.  

Letztlich entschied sich Bernd Hochleitner den elterlichen Betrieb, den es seit 1859 gibt, zu übernehmen und weiterzuführen. Auch wenn er nun sein eigenes Unternehmen führt, achtet er bis heute darauf sich die Zeit für Weiterbildung zu nehmen. Beispielsweise besuchte er Kurse bei Willi Pfund, Ewald Notter und Felchlin Schwyz. 

Seit 2001 führt er das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Claudia. Auch für die nächste Konditorengeneration ist gesorgt, denn Tochter Anna-Sophie absolviert gerade die Konditorlehre im Familienbetrieb. Sohn Alexander – aktuell 9 Jahre alt – wird sich erst in ein paar Jahren für einen Ausbildungsweg entscheiden. 

Ausgezeichnetes Unternehmen 

Die harte Arbeit, die Bernd Hochleitner und sein Team leisten, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet wie beispielsweise mit dem Gewinn der Goldenen Kaffeebohne 2002 und der Goldmedaille Intergastra 96 für besondere Leistungen. Weiters wurde das Unternehmen mit 90 Punkten von Falstaff ausgezeichnet und wird regelmäßig positiv im Gault Millau bewertet. Darüber hinaus hat Bernd Hochleitner für seine Arbeit Preise bei Trüffel- und Brotwettbewerben gewonnen. 

Hervorzuheben ist, dass sich der Konditor- und Bäckermeister bewusst ist, dass der Erfolg der Konditorei ohne die rund 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht möglich wäre. „Wir sind stolz auf unsere fast nur langjährigen Mitarbeiter mit toller Ausbildung und Leidenschaft zum Beruf“, so Bernd Hochleitner.

Weltweit einzigartige Mehlspeiskultur

Für Bernd Hochleitner bedeutet die österreichische Mehlspeiskultur viel, denn „die ganze Welt beneidet uns um unsere Mehlspeiskultur. Die wunderbaren Einflüsse aus der österreichischen Monarchie haben uns mit tollen Mehlspeisen beschenkt aus deren Rezepturen wir aus dem Vollen schöpfen und kreieren können.“ Seine Devise lautet: „Die Franzosen haben wunderbar designte Torten und Törtchen – wovon wir lernen können, aber die Österreicher haben geschmacklich die feinste Mehlspeiskultur.“

Bernd Hochleitner selbst isst am liebsten klassische Mehlspeisen wie Reisauflauf, Milchrahmstrudel und diverse Brioche-Kreationen. 

 

Wir heißen Bernd Hochleitner als neuen Mehlspeiskultur-Botschafter herzlich willkommen und freuen uns schon darauf, mehr über ihn und seine Arbeit zu berichten.