Brigitta Schickmaier verrät, wie die Profis Kekse backen

Foto: Brigitta Schickmaier

„Bei meiner Mama gab es statt Vanillekipferl immer Vanillestangerl“

Der Advent beginnt bei Brigitta Schickmaier, „Mehlspeiskultur“-Botschafterin und Inhaberin der „Konditorei der anderen Art“ (Pettenbach) bereits im Oktober. Denn da heißt es: Nüsse knacken!

Tausende Nüsse aus heimischem Bio-Anbau werden jedes Jahr von der Pettenbacherin und ihren freiwilligen „Helferlein" manuell geknackt. Denn: „Unsere Nüsse schmecken einfach anders, viel aromatischer. Gute Rohstoffe sind das Geheimnis von guten Kekserln. Als biozertifizierter Betrieb arbeite ich nur mit den besten Produkten, auch wenn diese etwas teurer sind. Gerade bei Keksen, wo so viel Arbeitszeit drinsteckt, sollte man nicht bei den Zutaten sparen", erklärt die mehrfach ausgezeichnete Konditormeisterin. Natürlich konnten wir ihr auch ein paar weitere Geheimnisse für leidenschaftliche Backfeen entlocken: „Es sind die Feinheiten, die den Unterschied machen: Kleine Kekserl machen, unbedingt Butter verwenden, echte Vanille dazugeben, selbst gemachte Marmelade nehmen, ein wenig Salz in den Teig, um den Eigengeschmack der einzelnen Komponenten zu verstärken und das Tunken in echter Kuvertüre – das sind Dinge, die man einfach schmeckt."

„Ohne Kekserl ist es kein Weihnachten"

Auch wenn Schickmaier in der Branche vor allem für ihre sensationelle Torten- und Pralinenkunst bekannt ist, gehören Kekserl für sie einfach zum Advent dazu: „Ich komme ja vom Bauernhof und denke in der Weihnachtszeit gerne an die Vanillekipferl meiner Mama: Der Teig war immer so brüchig, dass sich die Kekse einfach nicht biegen lassen wollten. Meine Mutter wurde ganz narrisch und hat dabei geflucht und letztlich gab es bei uns einfach jedes Jahr Vanillestangerl statt Kipferl", lacht Schickmaier. Das Rezept der köstlichen „Vanillekipferl" verwendet Schickmaier noch heute. Ein weiterer Tipp aus dem Erfahrungsfundus der Pettenbacherin: Unbedingt auf einer ebenen Arbeitsfläche zubereiten, da sich der Teig sonst schwer wuzeln lässt.

„Süßes ist Gesundheit für die Seele"

Doch das Backen ist – neben ihrer Familie – nicht die einzige große Liebe von Brigitta Schickmaier. Mit viel Engagement und Leidenschaft setzt sie sich für den österreichischen Konditoren-Nachwuchs ein: Als Ausbildnerin der Meisterschüler, als Mentorin bei diversen Wettbewerben oder als Trainerin für die Konditoren-WM. Erst kürzlich arbeitete sie an der Erstellung eines Motivationsfilms der österreichischen Konditoreninnung („Der süße Weg“) mit, der von allen Bundesländern mitfinanziert wurde. Wir können nur jedem Freund unserer Mehlspeiskultur ans Herz legen, sich diesen Kurzfilm (via QR-Code oder Link) im Internet anzusehen. Mit vollem Herzblut setzt sich Schickmaier tagtäglich für das Handwerk und die Mehlspeiskultur ein: „Unsere Mehlspeiskultur ist einzigartig und wichtig. Nicht nur, weil ich Konditormeisterin bin, sondern weil Mehlspeisen auch Seelentröster sind und Gesundheit für die Seele und Psyche bedeuten. Ich kenne keinen, der nicht lächelt, wenn er etwas Süßes bekommt und so viele freuen sich über unsere alten, traditionellen Rezepte, die schützenswert sind und auf keinen Fall in Vergessenheit geraten dürfen."